Hinter der Arbeit unseres Vereins stehen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen, die sich mit Überzeugung, fachlichem Know-how und großem persönlichen Engagement für die Opferhilfe und die Belange von Betroffenen einsetzen. Unser Vorstand gestaltet die Arbeit des Vereins, trifft verantwortungsvolle Entscheidungen und sorgt dafür, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich mit Herz und Haltung sowie großer Achtsamkeit und fachlicher Tiefe in der Opferhilfe zum Thema Soziales Entschädigungsrecht und den dazugehörigen Hilfs- und Pflegeleistungen.
Mein Weg in dieses Engagement ist geprägt von persönlichen Erfahrungen in meiner Kindheit und dem Wunsch, anderen Menschen Orientierung, Verständnis und Unterstützung zu geben.
Seit 2016 bin ich Administratorin der Facebookgruppe „Opferentschädigungsgesetz/Soziales Entschädigungsrecht“. Seit 2019 bin ich zudem Gründerin und Administratorin der Gruppe „Austausch zum Fonds sexueller Missbrauch“.
Zudem bringe ich verschiedene fachliche Qualifikationen mit. Ich habe eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau sowie eine Ausbildung zur Integrativen Psychotherapeutin nach HPG mit dem Schwerpunkt Trauma nach schädigenden Ereignissen und Gewalttaten. Ergänzend habe ich einen Master in Hypnose mit Traumafokus erworben und bin ausgebildete Multiplikatorin für Suchtprävention sowie Mediatorin. Darüber hinaus habe ich zwei Jahre an einem DBT-Gruppenprojekt (Dialektisch-Behaviorale-Therapie) für Menschen mit Borderline-Diagnosen teilgenommen und den Borderline-Trialog in Lübeck und Hamburg mitgegründet.
Ein besonderes Anliegen ist mir der achtsame Umgang mit der Verletzlichkeit von Menschen im Kontakt mit bürokratischen Strukturen. Antragsverfahren sollten unterstützen – nicht zusätzlich belasten oder retraumatisieren. Dafür setze ich mich ein, mit Klarheit und mit Empathie.
Die schädigenden Ereignisse und Gewalttaten, die ich erlebt habe, konnte ich erst Jahrzehnte später benennen, und erst rund 33 Jahre nach den Taten war ich – begleitet von Unwissenheit sowie tiefen Schuld- und Schamgefühlen – in der Lage, einen Antrag auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz zu stellen. Seit 2013 befinde ich mich in einem bis heute andauernden Antragsverfahren. Dieses ist unter anderem geprägt von Glaubwürdigkeitszweifeln, fehlenden Zeugen und verjährten Aufbewahrungsfristen. Die langjährige Auseinandersetzung hat viele Spuren hinterlassen und ging mit gesundheitlichen und psychischen Folgebelastungen einher. Mit meiner Sichtbarkeit möchte ich anderen Mut machen, denn durch den intensiven Austausch mit anderen Betroffenen wurde mir zunehmend bewusst: Ich bin nicht allein damit. Ich bin KE!N EINZELFALL.
Aus dieser Erkenntnis entstand der Wunsch, etwas zu verändern – mehr Sichtbarkeit zu schaffen, Räume für Austausch zu öffnen und Betroffenen eine Stimme zu geben, aber gleichzeitig auch Informationen für Angehörige und Fachpersonen direkt von Betroffenen bereitzustellen, um mit Vorurteilen und Missverständnissen aufzuräumen.
Dieses Anliegen war ein wesentlicher Beweggrund für die Mitgründung des Vereins KE!N EINZELFALL e. V. Mit meiner fachlichen Ausbildung, meiner persönlichen Geschichte und meiner Haltung stehe ich dem Verein sowie Betroffenen, Angehörigen, Interessierten und Fachpersonen empathisch, reflektiert, engagiert und vor allem wertschätzend auf Augenhöhe zur Seite.
Meine Motivation für das Engagement in der Opferhilfe resultiert aus der eigenen Betroffenheit und der Tatsache, dass ich – wie viele andere auch – nur zufällig vom sozialen Entschädigungsrecht erfahren habe.
Dass Folgen eines schädigenden Ereignisses im Sozialrecht anerkannt werden, sei es als GdB oder GdS, ist leider keine Selbstverständlichkeit, sondern meist ein langer Kampf. Und dieser endet auch nicht mit der Anerkennung, sondern führt zu weiteren Streitigkeiten um Leistungen, die eigentlich klar zustehen, dann aber doch kaum gewährt werden.
Mein Abimotto „Leben und leben lassen“ reichte mir irgendwann nicht mehr, und wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich in unserem Verein gegen Ungerechtigkeit einsetze, dann ist die Antwort einfach:
Es geht nicht darum, ob ich Anspruch auf Leistungen habe, sondern es geht ums Prinzip. Ich möchte mich nicht auf meinem Status ausruhen, sondern dabei helfen, dass auch andere zu ihren Ansprüchen kommen.
Im Rahmen dessen, was meine eigene Biografie und Traumafolgestörungen zulassen, setze ich mich für Verbesserungen im Antragsverfahren, Sichtbarkeit und Verständnis aus Betroffenensicht ein.
So individuell jeder Fall auch ist, weder das OEG noch das SGB XIV sind Nischengesetze, die kaum Anwendung finden. Die jährliche Statistik des Weissen Ringes zeigt, dass Hürden im Antragsverfahren in vielen Fällen zu Ablehnungen führen.
Das sind keine Einzelfälle, sondern sie haben bedauerlicherweise oft Methode.
Als Angehörige einer Betroffenen liegt mir das Engagement für Menschen, die Gewalt erfahren haben, sehr am Herzen. Darum möchte ich meine jahrelange berufliche Erfahrung als Industriekauffrau in die Arbeit von KE!N EINZELFALL e.V. einbringen.
Seit der Gründung unterstütze ich den KE!N EINZELFALL e.V. als Kassenwartin durch eine verlässliche und transparente Finanzverwaltung. Mein Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden, um die Arbeit des Vereins und die Unterstützung bestmöglich zu fördern.
Ich freue mich, als Kassenwartin Teil dieses engagierten Teams zu sein und mit meiner Arbeit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten zu können. Gemeinsam mit dem Team möchte ich dafür sorgen, dass jede Spende und jeder Euro verantwortungsvoll dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden – für mehr Hilfe, Sichtbarkeit und Informationen.
Darüber hinaus gibt es viele Menschen, die uns an den unterschiedlichsten Punkten unterstützen und den Verein mitgestalten.
Ohne die Gründungsmitglieder, die zum Teil auch unsere Landesstellen vertreten, würde es unseren Verein nicht geben. Sie sorgen – zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen – zum Beispiel in Interessensvertretungen oder Arbeitsgruppen für die Sichtbarkeit des Vereins und unserer Anliegen.
Ich bin Berlinerin, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und kenne das Leben aus unterschiedlichen, oft gleichzeitig wirksamen Perspektiven.
Mein Blick auf Opferhilfe, Inklusion und soziale Unterstützung ist geprägt von eigenen Erfahrungen, von langjähriger Verantwortung für andere und von dem tiefen Wunsch, Menschen Orientierung, Verständnis und Entlastung zu ermöglichen.
Seit vielen Jahren engagiere ich mich mit Herz, Haltung und großer Sensibilität an der Schnittstelle von Betroffenheit, Angehörigenperspektive und gesellschaftlicher Verantwortung.
Ich bin selbst Betroffene, zugleich aber auch Angehörige einer psychisch erkrankten Mutter, deren Erkrankung Folge eigener Betroffenheit ist.
Die Herausforderungen, die sich daraus im Kontext von Pflege, Betreuung, Verantwortung und Überforderung ergeben, habe ich über viele Jahre unmittelbar erlebt.
Erst deutlich später habe ich begonnen, mich intensiv mit meiner eigenen Betroffenheit auseinanderzusetzen.
Unabhängig davon lebe ich seit vielen Jahren mit einer Epilepsie-Erkrankung. Dadurch verfüge ich über umfassende Erfahrungen im Schwerbehindertenrecht sowie im Bereich Inklusion – insbesondere in den Lebensbereichen Arbeit, Schule und soziales Leben. Ich weiß, wie sich Strukturen anfühlen, die unterstützen sollen, dies aber nicht immer tun, und wie viel Kraft es kostet, sich in Systemen zu bewegen, die selten die ganze Lebensrealität eines Menschen abbilden.
Gerade diese Vielschichtigkeit meiner Biografie hat meinen Blick geschärft. Ich weiß, wie es ist, Verantwortung zu tragen, während man selbst Unterstützung bräuchte.
Diese Erfahrungen fließen in mein Engagement ein – mit Respekt vor der jeweiligen Lebensgeschichte und ohne vorschnelle Bewertungen.
Ein besonderes Anliegen ist mir der achtsame Umgang mit Menschen, die mit Behörden, Leistungssystemen und formalen Verfahren konfrontiert sind.
Bürokratische Prozesse dürfen nicht zusätzlich verletzen oder belasten. Sie sollten Halt geben, nicht Ohnmacht verstärken. Dafür setze ich mich ein – klar, parteilich für Betroffene und mit einer Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Ich bin Gründungsmitglied von KE!N EINZELFALL e. V. und Vertretung der 1. Vorsitzenden. In Berlin bin ich außerdem als Landesbeiratsbeauftragte für Menschen mit Behinderung für den Verein tätig. In dieser Rolle bringe ich meine Erfahrungen, meine Perspektivenvielfalt und meine Vernetzung ein, um Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen Gehör zu verschaffen und nachhaltige Veränderung mitzugestalten.
Mein Engagement lebt aus der Überzeugung, dass niemand allein ist mit seiner Geschichte. Dass Betroffenheit viele Gesichter hat. Und dass Sichtbarkeit, Austausch und gegenseitige Anerkennung entscheidende Schritte sind auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit, Inklusion und Menschlichkeit.
Mit meiner Haltung, meiner Lebens- und Erfahrungskompetenz stehe ich Betroffenen, Angehörigen, Mitbetroffenen, Interessierten und Fachpersonen wertschätzend, engagiert und auf Augenhöhe zur Seite. Denn eines ist mir wichtig: Wir sind KE!N EINZELFALL
Über 17 Jahre habe ich im Bereich der Strafverteidigung gearbeitet und das System aus einer Perspektive erlebt, die der von Betroffenen entgegengesetzt gegenübersteht. Ich habe gesehen, wie Verfahren geführt werden, wie gesprochen wird, welche Dynamiken entstehen – und irgendwann wurde mir immer klarer, wie groß die Distanz zwischen System und Betroffenen tatsächlich ist.
Für mich kam ein Punkt, an dem ich gemerkt habe: Ich möchte das nicht mehr.
Ich wollte mein Wissen nicht länger auf dieser Seite einsetzen, sondern bewusst einen Perspektivwechsel vollziehen – hin zu den Menschen, die Unterstützung, Orientierung und Schutz brauchen.
Seit nunmehr über 12 Jahren arbeite ich jetzt im öffentlichen Dienst und kenne nun auch diese Seite der Strukturen, der Abläufe und der Grenzen. Gerade diese Erfahrungen zeigen mir, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, die anders funktionieren: zugänglich, verständlich und traumasensibel.
Heute ist es mir ein Anliegen, all mein Wissen weiterzugeben und für Betroffene nutzbar zu machen. Ich möchte dazu beitragen, dass sie sich im System besser zurechtfinden, dass sie verstehen, was passiert – und dass sie sich nicht länger ausgeliefert fühlen.
Bei KE!N EINZELFALL e. V. bin ich als Datenschutzbeauftragte tätig. Für mich bedeutet Datenschutz weit mehr als gesetzliche Vorgaben – es ist die Grundlage von Vertrauen. Menschen, die zu uns kommen, müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Informationen geschützt sind, dass ihre Geschichte da bleibt, wo sie sie wollen und dass sie selbst entscheiden dürfen, wie sichtbar sie sein wollen. Darum setze ich mich dafür ein, dass unsere Plattform ein geschützter Raum ist – technisch, strukturell und menschlich. Ein Raum, in dem Anonymität möglich ist, in dem keine Angst vor Bewertung oder Konsequenzen bestehen muss und in dem Menschen sich öffnen können, wenn sie dazu bereit sind.
Ich habe beide Seiten des Systems kennengelernt – und ich habe mich bewusst entschieden, auf der Seite der Betroffenen zu stehen. Ich möchte Barrieren abbauen, Sicherheit schaffen und Räume gestalten, in denen deutlich wird: Gemeinsam KE!N EINZELFALL!
Ich engagiere mich ehrenamtlich bei
KE!N EINZELFALL e.V., weil ich dazu beitragen möchte, dass Betroffene, Mit-Betroffene und Angehörige mehr Gehör und Unterstützung finden. Viele Erfahrungen bleiben lange im Verborgenen oder werden erst dann wahrgenommen, wenn jemand sie erzählt, einordnet und weiterträgt.
In der Social-Media-Arbeit des Vereins sehe ich die Möglichkeit, genau dafür Räume zu schaffen. Beiträge können Betroffenenstimmen sichtbar machen, Wissen vermitteln, praktische Tipps geben, auf Austauschmöglichkeiten hinweisen und wichtige Entwicklungen einordnen. So kann Social Media mehr sein als reine Öffentlichkeitsarbeit: Es kann Menschen Orientierung geben, sie entlasten und ihnen zeigen, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein sind.
Beruflich habe ich viel mit Kommunikation, Text, Bild und digitalen Medien zu tun. Diesen Hintergrund bringe ich in die Social-Media-Arbeit des Vereins ein, um Inhalte verständlich, respektvoll und sorgfältig aufzubereiten — immer mit dem Ziel, die Themen und Stimmen von Betroffenen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Ich freue mich, Teil dieses engagierten Teams zu sein und mit meiner Arbeit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten zu können — für mehr Aufklärung, Orientierung und Mitgefühl. Damit irgendwann niemand mehr sagen muss: „Ich habe es nicht gewusst.“
Zusätzlich arbeiten im Hintergrund viele Ehrenamtliche, die aus den verschiedensten Gründen nicht auf der Website genannt werden können. Dennoch engagieren sie sich zum Beispiel in Arbeitsgruppen oder in der Öffentlichkeitsarbeit und der Vernetzung.
Die Stimmen mit Mut im Hintergrund und verborgen, denn es gibt Menschen, die täglich für den KE!N EINZELFALL e.V. wirken – und doch unsichtbar bleiben müssen. Nicht aus Zurückhaltung. Nicht aus Distanz. Sondern, weil ihre Realität es nicht anders zulässt.
Sie leben mit Schutzmechanismen, die ihr Leben bestimmen: mit Auskunftssperren, mit Sicherheitsauflagen, mit der Angst, entdeckt zu werden, mit der stillen, aber allgegenwärtigen Notwendigkeit, sich selbst und ihre Liebsten zu schützen. Viele von ihnen haben Gewalt erlebt, haben ausgesagt, haben sich widersetzt – und tragen bis heute die Konsequenzen.
Sichtbar zu sein, ist für sie kein Recht. Es ist ein Risiko. Und trotzdem entscheiden sie sich, da zu sein. Zu helfen. Zu kämpfen. Im Stillen und ohne Applaus.
Ihre Sichtbarkeit liegt im Verborgenen – und ist ein unverzichtbarer Teil mit unermesslicher Bedeutung dessen, was wir sichtbar machen.
Ihr Engagement ist kein öffentliches Statement – es ist eine tägliche Entscheidung gegen Angst und für andere Betroffene. Jede Unterstützung, jede Handlung erfordert Kraft und eine innere Größe, die man nicht oft genug würdigen kann. Jeder Beitrag, jede Entscheidung dieser Menschen ist von Mut getragen. Von einem Mut, der nicht laut ist – sondern tief. Still. Unerschütterlich.
Ihnen gilt unser tiefster Respekt. Unser aufrichtigster Dank. Für ihren Mut. Für ihre Ausdauer. Für alles, was sie tragen, ohne gesehen zu werden.
Dass ihre Namen hier nicht stehen, ist kein Fehlen. Es ist ein Schutz. Ein notwendiger. Ein ernstzunehmender. Und vielleicht auch der eindrücklichste Beweis dafür, wie viel auf dem Spiel steht.
Und vielleicht ist genau das die größte Wahrheit: Dass die stärksten Kräfte oft die sind, die man nicht sehen kann, dennoch werden wir nicht aufgeben, dem Dunkelfeld die Chance zu geben, sichtbarer zu werden – Schritt für Schritt, Stimme für Stimme. Für mehr Sichtbarkeit, Gehör und Unterstützung.
Schiffbeker Höhe 30
22119 Hamburg