Unsere Vorstandsebene – mit Herz, Haltung und Vision

Hinter der Arbeit unseres Vereins stehen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen, die sich mit Überzeugung, fachlichem Know-how und großem persönlichen Engagement für die Opferhilfe und die Belange von Betroffenen einsetzen. Unser Vorstand gestaltet die Arbeit des Vereins, trifft verantwortungsvolle Entscheidungen und sorgt dafür, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Unsere Vorstandsebene besteht aus zwei Vorsitzenden, einer Konsultantin und einer Kassenwartin.

1. Vorsitzende – Tatjana Belmar

Tatjana Belmar
Gründungsmitglied, Jahrgang 1969, geb. in Hamburg

Seit vielen Jahren engagiere ich mich mit Herz und Haltung sowie großer Achtsamkeit und fachlicher Tiefe in der Opferhilfe zum Thema Soziales Entschädigungsrecht und den dazugehörigen Hilfs- und Pflegeleistungen.

Mein Weg in dieses Engagement ist geprägt von persönlichen Erfahrungen in meiner Kindheit und dem Wunsch, anderen Menschen Orientierung, Verständnis und Unterstützung zu geben.

 

Seit 2016 bin ich Administratorin der Facebookgruppe „Opferentschädigungsgesetz/Soziales Entschädigungsrecht“. Seit 2019 bin ich zudem Gründerin und Administratorin der Gruppe „Austausch zum Fonds sexueller Missbrauch“.

Zudem bringe ich verschiedene fachliche Qualifikationen mit. Ich habe eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau sowie eine Ausbildung zur Integrativen Psychotherapeutin nach HPG mit dem Schwerpunkt Trauma nach schädigenden Ereignissen und Gewalttaten. Ergänzend habe ich einen Master in Hypnose mit Traumafokus erworben und bin ausgebildete Multiplikatorin für Suchtprävention sowie Mediatorin. Darüber hinaus habe ich zwei Jahre an einem DBT-Gruppenprojekt (Dialektisch-Behaviorale-Therapie) für Menschen mit Borderline-Diagnosen teilgenommen und den Borderline-Trialog in Lübeck und Hamburg mitgegründet.

 

Ein besonderes Anliegen ist mir der achtsame Umgang mit der Verletzlichkeit von Menschen im Kontakt mit bürokratischen Strukturen. Antragsverfahren sollten unterstützen – nicht zusätzlich belasten oder retraumatisieren. Dafür setze ich mich ein, mit Klarheit und mit Empathie.

 

Die schädigenden Ereignisse und Gewalttaten, die ich erlebt habe, konnte ich erst Jahrzehnte später benennen, und erst rund 33 Jahre nach den Taten war ich – begleitet von Unwissenheit sowie tiefen Schuld- und Schamgefühlen – in der Lage, einen Antrag auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz zu stellen. Seit 2013 befinde ich mich in einem bis heute andauernden Antragsverfahren. Dieses ist unter anderem geprägt von Glaubwürdigkeitszweifeln, fehlenden Zeugen und verjährten Aufbewahrungsfristen. Die langjährige Auseinandersetzung hat viele Spuren hinterlassen und ging mit gesundheitlichen und psychischen Folgebelastungen einher. Mit meiner Sichtbarkeit möchte ich anderen Mut machen, denn durch den intensiven Austausch mit anderen Betroffenen wurde mir zunehmend bewusst: Ich bin nicht allein damit. Ich bin KE!N EINZELFALL.

 

Aus dieser Erkenntnis entstand der Wunsch, etwas zu verändern – mehr Sichtbarkeit zu schaffen, Räume für Austausch zu öffnen und Betroffenen eine Stimme zu geben, aber gleichzeitig auch Informationen für Angehörige und Fachpersonen direkt von Betroffenen bereitzustellen, um mit Vorurteilen und Missverständnissen aufzuräumen. 

Dieses Anliegen war ein wesentlicher Beweggrund für die Mitgründung des Vereins KE!N EINZELFALL e. V. Mit meiner fachlichen Ausbildung, meiner persönlichen Geschichte und meiner Haltung stehe ich dem Verein sowie Betroffenen, Angehörigen, Interessierten und Fachpersonen empathisch, reflektiert, engagiert und vor allem wertschätzend auf Augenhöhe zur Seite.

2. Vorsitzende – Franziska Künstler

Franziska Künstler
Gründungsmitglied, Jahrgang 1979, geb. in Merseburg
  • Betroffene in verschiedenen außerfamiliären Kontexten
  • duales Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Berlin, FB Sozialversicherung – Schwerpunkt Rentenrecht
  • Beteiligung an bundesweiter Petition zu Verbesserungen im sozialen Entschädigungsrecht (Initiatorin Gudrun Stifter) in Sachsen-Anhalt

Meine Motivation für das Engagement in der Opferhilfe resultiert aus der eigenen Betroffenheit und der Tatsache, dass ich – wie viele andere auch – nur zufällig vom sozialen Entschädigungsrecht erfahren habe.

Dass Folgen eines schädigenden Ereignisses im Sozialrecht anerkannt werden, sei es als GdB oder GdS, ist leider keine Selbstverständlichkeit, sondern meist ein langer Kampf. Und dieser endet auch nicht mit der Anerkennung, sondern führt zu weiteren Streitigkeiten um Leistungen, die eigentlich klar zustehen, dann aber doch kaum gewährt werden.

Mein Abimotto „Leben und leben lassen“ reichte mir irgendwann nicht mehr, und wenn mich heute jemand fragt, warum ich mich in unserem Verein gegen Ungerechtigkeit einsetze, dann ist die Antwort einfach:

Es geht nicht darum, ob ich Anspruch auf Leistungen habe, sondern es geht ums Prinzip. Ich möchte mich nicht auf meinem Status ausruhen, sondern dabei helfen, dass auch andere zu ihren Ansprüchen kommen.

Im Rahmen dessen, was meine eigene Biografie und Traumafolgestörungen zulassen, setze ich mich für Verbesserungen im Antragsverfahren, Sichtbarkeit und Verständnis aus Betroffenensicht ein.

So individuell jeder Fall auch ist, weder das OEG noch das SGB XIV sind Nischengesetze, die kaum Anwendung finden. Die jährliche Statistik des Weissen Ringes zeigt, dass Hürden im Antragsverfahren in vielen Fällen zu Ablehnungen führen.

Das sind keine Einzelfälle, sondern sie haben bedauerlicherweise oft Methode.

Kassenwartin – Petra Hildebrandt

Petra Hildebrandt
Jahrgang 1967, geb. in Hamburg

Als Angehörige einer Betroffenen liegt mir das Engagement für Menschen, die Gewalt erfahren haben, sehr am Herzen. Darum möchte ich meine jahrelange berufliche Erfahrung als Industriekauffrau in die Arbeit von KE!N EINZELFALL e.V. einbringen.

 

Seit der Gründung unterstütze ich den KE!N EINZELFALL e.V. als Kassenwartin durch eine verlässliche und transparente Finanzverwaltung. Mein Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden, um die Arbeit des Vereins und die Unterstützung bestmöglich zu fördern.

 

Ich freue mich, als Kassenwartin Teil dieses engagierten Teams zu sein und mit meiner Arbeit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten zu können. Gemeinsam mit dem Team möchte ich dafür sorgen, dass jede Spende und jeder Euro verantwortungsvoll dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden – für mehr Hilfe, Sichtbarkeit und Informationen.